Rennstreckenbesuch
07.01.2009 von Chneemann

Spa-Francorchamps


Land:Belgien
Region:Ardennen
Eröffnung:1921
Länge:
(wikipedia)
1921: 14,863 km
1950: 14,12 km
1958: 14,10 km
1985: 6,940 km
1992: 6,974 km
1996: 6,968 km
2007: 7,004 km
Kurven:La Source
Eau Rouge
Raidillon
Kemmel
Les Combes
Malmedy
Rivage
Pouhon
Fagnes
Stavelot
Blanchimont
Bus Stop
Homepage:http://www.spa-francorchamps.be/


Im Dezember 2008 bekam ich Besuch von meinem Bekannten Chris (ArmA Fans kennen ihn möglicherweise als "BadAss") aus Hamburg. Da wir beide Motorsport Fans sind, beschlossen wir eine Tagestour an die Rennstrecke von Spa- Francorchamps in Belgien zu machen. Spa ist eine der wenigen verbliebenen Naturrennstrecken mit viel Tradition. Aus den ursprünglichen 14 Kilometern sind heute 7 Kilometer geworden, aber ihren Flair hat sie nicht verloren.
Anfang der 80er wurden durch eine ca 3km lange Querspange ca 10 Kilometer der alten Strecke abgeschnitten. Dies war dringend notwendig, da der alte Streckenverlauf mitten durch beschauliche Ardennen-Dörfer verlief und kaum Kurven hatte, was schon 1970 zu einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 240 km/h (Quelle Wikipedia) führte.
Bis 2001 blieben aber einige Passagen der Strecke öffentliche Landstraßen, die nur zum Rennwochenende gesperrt wurden. Erst dann wurde Spa zu einer permanenten Rennstrecke.

Den Nürburgring samt Nordschleife hatten wir bei den letzten beiden Besuchen abgeklappert, so dass wir dieses Mal etwas weiter, nämlich 170 Kilometer bis Spa zu fahren hatten.
Wie im Dezember nicht anders zu erwarten fanden wir einen Parkplatz direkt vor dem Haupteingang. Glücklicherweise hatte sich der Nebel, der uns die letzten 140 Kilometer begleitet hatte, kurz vor der Rennstrecke aufgelöst. Gerade ausgestiegen fiel unser Blick auf die 250 Meter entfernte "Eau Rouge" die Kurve aller Kurven. Einfahrt und Ausfahrt sind quasi blind zu fahren und dazwischen geht es einen Berg hinauf, dass die Fahrer nichts anderes als den Himmel sehen können. Glücklicherweise war das Tor zum Fahrerlager nicht verschlossen und wir konnten durch einen Tunnel unter der Strecke ins Heiligste vordringen.

Dort angekommen lockte natürlich erst mal "Eau Rouge", so dass wir erst mal entlang des alten Fahrerlagers auf die Kurve zugingen. Eine der Garagen war sogar offen, so dass wir uns die relativ kleine Fläche ansehen konnten, die einem Team in einem Rahmenrennen zur Verfügung steht. Das vordere zur Boxengasse war leider verschlossen, aber ich nutzte die Gelegenheit ein paar Fotos durchs Fenster zu machen. Da wir von unten leider nicht so recht an "Eau Rouge" heran kamen, versuchten wir wenigstens unsere Perspektive etwas zu verbessern. Über einen Treppenturm gelangten wir auf das Dach des Fahrerlagers und konnten einige schöne Fotos der Mutkurve machen.
Wir beschlossen nun auf dem Dach zu bleiben und entgegen der eigentlichen Fahrtrichtung der ersten Kurve "La Source" entgegen zu gehen.
Bevor wir das alte Fahrerlager verließen nutzten wir noch die Gelegenheit auf den Uniroyal-Turm zu steigen um weitere tolle Fotos zu machen.

Auf dem Weg nach "La Source" viel unser Blick immer wieder auf die mächtige neue Boxenanlage der Formel1 und wir beschlossen uns auch dort noch einmal umzuschauen.
Mit etwas Sucherei fanden wir auch hier einen Weg aufs Dach der Anlage von wo wir einen tollen Ausblick auf die Start/Ziel Gerade und "La Source" hatten. Im Gegenlicht der untergehenden Sonne ließ sich die umgebaute Busstop-Schikane erahnen. Nachdem wir das ganze Dach abgelaufen waren, konnten wir von oben auf das Siegerpodest schauen. Ich war noch nie so nah an einem dran gewesen.

Als nächster Punkt stand dann die Busstop-Schikane auf dem Programm. Also verließen wir das Dach wieder und liefen unten bis ans Ende der Anlage. Hier bot sich für uns eine einmalige Chance halblegal in die Boxengasse zu gelangen. Zwischen Zaun und Geländer war 40 cm Platz, was für uns Zwei locker reichte um uns durchzuzwängen. In der Boxengasse angekommen, mussten wir natürlich erst einmal das Siegerpodest von unten betrachten. Aber irgendwie lockte der heilige Asphalt doch so sehr, dass wir durch ein Evakuierungs-Ausstieg, den wir falsch herum benutzen auf die Strecke gelangten. Als erstes mussten wir natürlich Startplatz 16 ansehen von dem aus Michael Schumacher 1995 das Rennen gewonnen hatte.
Bedingt durch Umbauarbeiten an der Strecke befand sie der Startplatz früher sicherlich nicht an der identischen Stelle, aber es fühlte sich trotzdem gut an. Weiter ging es dann in die "neue" Busstop-Schikane welche seit 2006 besteht sagt mir leider gar nicht zu, da ich sie für übertrieben eng halte. Mir gefiel die alte Version deutlich besser. Aber trotzdem war es ein tolles Gefühl über den Asphalt zu gehen, auf dem sonst die Rennwagen fahren.

Anschließend verließen wir die Strecke wieder auf demselben Weg und versuchten noch einmal zur "Eau Rouge" zu kommen. Über einen großen Platz gelangten wir zum richtigen "roten Wasser", einem kleinen Fluss, der unter der Strecke durchfließt. Wenn man die drüberliegende Kurvenkombination von der Seite betrachtet sieht man erst wie steil sie wirklich ist. Die Steigung von knapp 20% wirkt hier wirklich wie eine Sprungschanze in den Himmel.

Als letzter Punkt unseres Besuches standen die Kurve "Raidillon" (Ausgang der "Eau Rouge") und die Kemmel-Gerade auf dem Programm. Wir hofften noch einmal den Blick abwärts, also zurück werfen zu können. Leider ist es aber erst mal eine ganze Zeit nicht mehr möglich an die Strecke zu kommen. Erst 600 Meter weiter bietet sich wieder eine Möglichkeit, die es dafür aber in sich hat – eine alte Brücke über die Strecke.
Leider ist sie gesperrt, aber auch so kann man von der Treppe aus, einige schöne Bilder der Gerade machen. Da wir die "Raidillon" allerdings von hier nicht sehen konnten, ließ ich mich zu einer weiteren halblegalen Tat verleiten. Die Brücke war zwar mit einem Gitter verschweißt, aber dieses begann erst in 30 cm Höhe. Und wo der Kopf von mir durchpasst, passt auch der Rest. Ich ging also vorsichtig über die Brücke und machte schnell zwei Fotos, bevor es wieder zurück zum Auto ging.

Kurz bevor wir das Auto erreichten entdeckten wir noch einen Gedenkstein für den am 1. Mail 1994 tödlich verunglückten Ayrton Senna.
Nach der Streckenbesichtigung ging es aber nicht direkt heim. Vorher führte uns die Tour noch auf den Weihnachtsmarkt von Liège (Lüttich), auf dem auch ein Geocache dran glauben musste. Aber das hat wenig mit Motorsport zu tun ;-)






Luftaufnahme der Rennstrecke (Google Earth)





Eingang zum Fahrerlager


Erster Blick auf die "Eau Rouge"


Blick vom Dach des Fahrerlagers


Blick auf die Rennstrecke


Zufahrt "Eau Rouge"


1. Kurve: "La Source"


Start und Ziel mit Busstop-Schikane


Boxengasse
Siegerpodest

Start und Ziel

Die neue Busstop-Schikane

Eingang Start/Ziel

Das "rote Wasser"

Knapp 20% Steigung

Die Kemmel Gerade

Ausgang Raidillon

Ayrton Senna Gedenkstein



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